Gegen etwas zu sein, ist gerade nicht schwer. Es gibt leider genug, was einem sofort dazu einfällt. Aber heute mal anders. Heute beginne ich eine andere Liste.

Eine Liste dessen, WOFÜR ich bin:

Ich bin für mehr Kreidesprüche an Häuserwänden – wenn es in den Parolen um Liebe geht. Oder um Poesie von Kindern.

Ich bin für das Füttern der Friedenstaube.

Für Kinder, die gern zur Schule gehen. Und später mit diesem Wissen genauso gern ins Leben.

Ich bin für Menschen, die anderen die Hand reichen. Und für ein Land, das möglich macht, dass sie es können. Denn nur wer nicht selbst bis zur Halskrause im Sorgensumpf steht, hat beide Hände frei, um zu helfen.

Ich bin für Menschen, die tun, was sie sagen. Nicht andersherum.

Für echten Service statt Warteschleifen mit KI-Ansagen.

Für ein Land, in dem alte Menschen nicht Flaschen sammeln müssen. Ein Land, auf das wir schon deshalb stolz sein können.

Für Ärzte und Pfleger, die wieder Zeit haben für Menschen – statt für Papierkram. Sonst wären sie schließlich Beamte geworden.

Für Beamte, die Mensch sein dürfen. Und im Gegenüber keinen „Vorgang“ sehen.

Für Notaufnahmen, die nicht überlaufen sind.

Für eine Welt, die die Weisheit des Alters schätzt und das Recht der Jugend auf eine unbeschwerte Zukunft versteht.

Für Eltern, die ihren Beruf lieben – weil er ihren Talenten entspricht. Und von einem Einkommen ihre Familie ernähren können. Sodass Zeit bleibt fürs Zuhören. Lernen. Spielen. Und nie wieder Eltern, denen das Lächeln fehlt, weil sie von einem Krieg traumatisiert sind.

Ja, ich bin für Politiker, die sagen, wir müssen bessere Arbeit leisten – und bei sich selbst damit anfangen.

Ich mag Politik, die nicht in Blasen entsteht. Nicht nur an großen Schreibtischen in Großstädten.

Ich bin für Entscheider, die Fehler eingestehen. Die nicht nach oben fallen. Und kein Verdienstkreuz annehmen würden, wenn es ihrem moralischen Kompass widerspricht.

Vielleicht auch für Abgeordnete, die nebenbei einen echten Beruf ausüben. Weil sie dadurch wissen, wie Alltag wirklich aussieht. In der Fläche. In Dörfern. An all den wunderbaren Orten mit so viel Engagement.

Mit Menschen, deren Meinung gehört und respektiert wird.

Ich bin für Brücken. Nicht für Mauern.

Für Macher mit geradem Rücken und Schwielen an den Händen – auch wenn ihr Anzug nicht von Brioni ist.

Für mehr Könner auf der Weltbühne. Und weniger Clowns.

Für Demut. Weil sie meist von denen kommt, die wirklich schon die ganze Achterbahn gefahren sind – nicht nur den schillernden Start.

Für Führungskräfte, die wissen: Führen heißt nicht, alles selbst am besten zu können. Sondern andere besser zu machen.

All das bedeutet mir viel.

Vor allem der Frieden, der mir erlaubt, solche Listen zu schreiben – anstatt um mein Leben oder das meiner Lieben kämpfen zu müssen.

→ Und jetzt du. WOFÜR bist du?Was sollte unbedingt auf deine Liste?