Kürzlich fragte mich eine Journalistenkollegin, wie Zusammenhalt und bessere Verständigung hierzulande wieder gelingen können – und zwar wirklich, sodass wir in dieser turbulenten Zeit auch nach außen stark bleiben: als Land, als Europa, als Gemeinschaft.

 

Keine einfache Frage, wenn man sie tatsächlich PRAKTISCH beantworten will.

 

Ich habe noch einmal darüber nachgedacht – und bin gespannt auf deine Überlegungen und Vorschläge.

 

Ich bin überzeugt: Fortschritt entsteht durch Brücken. Und diese müssen dringend wieder gepflegt werden. Auch in unserem Miteinander. Denn – das wussten schon unsere Vorfahren – schwierige Zeiten übersteht niemand allein.

 

Letztlich ist es, wie auch Physik und Biologie beweisen: Systeme funktionieren nur, wenn sie hochgradig vernetzt sind.

 

Als Kriegsenkelin ist das meine Perspektive, über die ich hier kürzlich geschrieben habe. Es mag naiv klingen. Aber inzwischen denke ich, wer das für naiv hält, ist es vielleicht selbst:

Die einzige Antwort auf die großen Verbrechen der Geschichte sowie auf aktuelle Krisen und Spaltungen ist Liebe. Für mich steht sie symbolisch für überlebenswichtige Werte wie Menschlichkeit, Respekt und Zusammenarbeit.

 

– Und wie können wir Letztere praktisch erreichen?

Durch Verständnis.

 

– Was kann aktuell dazu beitragen?

Neben den richtigen politischen Rahmenbedingungen, guten Medienangeboten, die vorurteilsfrei in andere Lebenswelten führen, sowie Kunst und Kultur, die Menschen verbinden, Mut machen und Empathie fördern, indem sie dazu anregen, auch bei sich selbst genauer hinzusehen … –

liegt es an jedem von uns, mit Schmerzhaftem in der eigenen Vergangenheit aufzuräumen, um im besten Fall eine Hand und ein Ohr für andere frei zu haben.

 

Was meinst du zur Frage meiner Kollegin – wie kann es wirklich funktionieren?